Ortskenntnis
Treppenhaus und Standplatz machen die Stundenzahl
Moers ist eine Bergbaustadt ohne Bergbau. Was von den Zechen blieb, sind Wohnstraßen, in denen ein Umzug anders abläuft als im Neubaugebiet.
Rund 103.000 Menschen wohnen in Moers, links des Rheins und im Kreis Wesel. Wer hier
umzieht, zieht selten in ein Hochhaus. Um die Altstadt mit Schloss, Wallanlage und
Grafschafter Park stehen Häuser mit drei Geschossen, und nach Norden und Westen schließen
die Siedlungen der Bergbauzeit an: Meerbeck, Repelen, Scherpenberg und Utfort. Meerbeck
ließ die Zeche Rheinpreußen ab 1904 für ihre Bergleute bauen, zweigeschossige
Backsteinzeilen mit kleinen Gärten hinter dem Haus. Gewohnt wird dort heute noch, und
einen Aufzug hat keines dieser Häuser.
Was die enge Treppe mit dem Betrag zu tun hat
Ein Kleiderschrank, der im Neubau in zehn Minuten unten ist, braucht in einem
Siedlungshaus zwei Kräfte und eine Viertelstunde mehr, weil die Treppe auf halber Höhe
wendet und der Handlauf nicht abgeschraubt werden kann. Genau deshalb rechnen wir die
Zeit und nicht die Zimmer: Sie zahlen den Weg, den Ihre Möbel wirklich nehmen, und keinen
Durchschnitt aus einer Tabelle.
Umgekehrt heißt das auch, dass ein gut vorbereiteter Umzug in solchen Häusern spürbar
weniger kostet. Wer vorher packt, die Kartons im Flur stapelt, die Schranktüren aushängt
und den Kühlschrank am Abend davor abtaut, spart jede Viertelstunde, die wir dafür nicht
brauchen. Wir sagen beim Aufmaß, welche Vorarbeit sich lohnt und welche Sie sich sparen
können, weil sie am Tag selbst schneller von der Hand geht.
Der Standplatz wird vorher geklärt
Die zweite Größe ist die Strecke zwischen Haustür und Wagen. In den Zechenzeilen ist der
Bordstein meist durchgehend belegt, in der Innenstadt gilt Anwohnerparken, und in
Kapellen oder Schwafheim steht vor manchem Haus eine Hecke, hinter die nur ein
Transporter mit zwölf Kubikmetern passt. Wir fragen deshalb vor dem Termin nach der
Hausnummer und nach der Fläche vor dem Haus. Lässt sich nichts freihalten, nehmen wir den
kleineren Wagen und fahren zweimal; das ist meist kürzer als eine Stunde Tragen über
fünfzig Meter.
Braucht es eine amtliche Parkfläche, muss das mehrere Werktage vorher laufen. Wir sagen
Ihnen bei der Anfrage, ob das an Ihrer Anschrift überhaupt nötig ist, und was die Stadt
dafür verlangt. Gebühren einer Behörde geben wir unverändert weiter, ohne Zuschlag für
die Abwicklung.
Asberg, Hülsdonk, Hochstraß, Vinn und Eick
Jenseits der Siedlungsteile sieht Moers wieder ganz anders aus. In Asberg und Hülsdonk
liegen Mehrfamilienhäuser der Nachkriegsjahre, oft mit vier Geschossen und einem engen
Treppenauge. In Hochstraß, Vinn, Eick und Kapellen überwiegt der Einfamilienhausbau mit
eigener Einfahrt: dort steht der Wagen unmittelbar vor der Tür, und der Trageweg fällt
als Posten praktisch weg. Welche von beiden Lagen vor Ihnen liegt, macht in der
Stundenzahl mehr Unterschied als die Zimmerzahl auf dem Mietvertrag.