Warum Sortieren länger dauert und sich trotzdem lohnt
Pauschal in den Container geht schneller und ist billiger - für den Anbieter. Für Sie ist es teurer, weil Verwertbares mit weggeht und nicht angerechnet wird, und weil Papiere verschwinden, die Sie später brauchen.
Wir gehen Schrank für Schrank durch. Das kostet einen halben Tag mehr und bringt in der Regel mehr, als dieser halbe Tag kostet - gerade bei älteren Haushalten mit Werkzeug, Besteck und Metall.
Was in einem Moerser Haushalt typischerweise steckt
Die Häuser in den Zechensiedlungen haben Keller, Dachboden und oft einen Schuppen im Garten. Dort findet sich Werkzeug aus der Bergbauzeit, Gartengerät, Fahrräder und nicht selten noch Kohlenreste aus der Zeit, als mit Kohle geheizt wurde.
Metall hat einen Wert, und zwar einen spürbaren. Alte Werkzeugsätze, gusseiserne Pfannen, Heizkörper und Fahrradrahmen werden gewogen und angerechnet. Bei einem vollständigen Hausstand macht das regelmäßig einen dreistelligen Betrag aus.
- Keller: Werkzeug, Einmachgläser, Heizungsteile
- Dachboden: Koffer, Textilien, alte Möbel
- Schuppen: Gartengerät, Fahrräder, Farbreste
- Wohnräume: Geschirr, Bücher, Möbel, Papiere
Behalten oder weggeben, Raum für Raum
Die schwerste Arbeit an einem Hausstand ist keine Trage- und keine Rechenarbeit, sondern das Entscheiden. Deshalb trennen wir es vom Räumen ab und legen es vor den Termin. Die Wohnung bekommt dafür drei Zonen, erkennbar an Kreppband oder einem Zettel an der Tür, und niemand aus unserem Gespann greift in eine Zone hinein, die nicht freigegeben ist.
Die mittlere Zone ist die wichtige. Dort landet alles, bei dem Sie noch schwanken, und sie wird am Stück durchgegangen, wenn Zeit dafür ist, und nicht zwischen zwei Gängen zum Wagen. Wer das Durchsehen auf den Räumtag legt, entscheidet unter Zeitdruck und bereut es.
Fotos, Dias, Schmalfilme, Videokassetten und Datenträger wie Festplatten, Speicherkarten, Mobiltelefone oder alte Rechner nehmen wir grundsätzlich aus dem Müll heraus und legen sie zusammen. Darauf können Aufnahmen und Daten liegen, die niemand anders je wieder sehen soll. Sie bekommen den Stapel in die Hand; wollen Sie ihn vernichtet haben, geht er zur fachgerechten Vernichtung und steht als eigene Zeile im Angebot. Ein Mobiltelefon oder ein Rechner wandert nie in die Verwertung, solange nicht geklärt ist, was darauf liegt; im Zweifel bekommen Sie das Gerät in die Hand und entscheiden später in Ruhe.
- Zone eins, bleibt: in einen Raum oder auf einen Tisch, mit Zettel
- Zone zwei, unklar: Kisten in die Mitte des Zimmers, wird gemeinsam durchgesehen
- Zone drei, geht: alles übrige, dafür brauchen wir keine Rückfrage
Wie wir mit Papieren umgehen
Alles, was nach Dokument aussieht, kommt in eine Kiste und wird Ihnen übergeben: Versicherungen, Renten, Sparbücher, Verträge, Briefe, Fotoalben. Wir sortieren nicht nach wichtig und unwichtig - das entscheiden Sie.
Papiere, die Sie vernichten lassen wollen, gehen zur Aktenvernichtung. Das steht als eigene Zeile im Angebot und wird nicht einfach in den Hausmüll gegeben.
Wie eine Erbengemeinschaft zu einer Entscheidung kommt
Drei Geschwister, drei Vorstellungen und oft drei Wohnorte: Das ist der Normalfall, nicht die Ausnahme. Für uns muss daraus nur zweierlei werden, nämlich eine Person, die den Auftrag erteilt, und eine Liste dessen, was in der Wohnung bleibt. Alles andere dürfen Sie untereinander in Ruhe austragen.
Praktisch hat sich bewährt, die Sichtung vor den Räumtag zu legen und die Freigabe danach per Mail zu schicken, mit Datum und einer Zeile je Zone. Wer nicht anreisen kann, bekommt Bilder der Zone, bei der es strittig ist. Ein Raum kann auch stehen bleiben und zwei Wochen später dran sein; dafür kommen wir ein zweites Mal, und das steht vorher im Angebot.
Genauso wichtig ist, was wir dabei nicht tun. Wir bewerten keinen Nachlass, wir kaufen nichts auf, wir sagen nicht, wem ein Stück zusteht, und wir nehmen nichts mit, das nicht freigegeben ist. Wo Verwertbares anfällt, erscheint es als Abzug im Angebot und nicht als stiller Teil unserer Marge.
Was wir bei einer Erbengemeinschaft nicht übernehmen
- Den Wert eines Nachlasses schätzen oder bescheinigen
- Hausrat aufkaufen, statt ihn als Abzug anzurechnen
- Entscheiden, wer welches Stück bekommt
- Räume anfassen, für die keine Freigabe vorliegt
- Zwischen Erben vermitteln, wenn sie sich nicht einig sind