Ab hier wird aus dem Umzug eine Tagestour
Bis Essen oder Düsseldorf bleibt ein Umzug ein Vormittag mit Anhang. Nach Dortmund nicht mehr. 56 Minuten hin, 56 Minuten zurück: Das sind knapp zwei Stunden, in denen niemand einen Karton anfasst, und dazwischen liegt ein voller Arbeitstag mit Beladen, Entladen und Aufbau.
Die Strecke selbst ist unkompliziert. Die A42 nimmt den Verkehr östlich von Moers auf, führt quer durch das Ruhrgebiet und geht in die A2 über; dort läuft es, solange kein Lastwagen querschlägt. Die Zahl von 56 Minuten ist ehrlich gemessen und nicht die schnellste denkbare Fahrt.
Weil der Tag voll ist, planen wir ihn anders. Eine Fuhre, dicht gepackt, mit dem Kofferwagen. Mehr Hände am Morgen, damit der Wagen früher rollt. Und kein zweiter Weg, es sei denn, die Ladung lässt sich wirklich nicht anders bewegen; zweimal nach Dortmund sind vier Stunden Autobahn und damit ein zweiter Tag.
Die Rechnung: Stunden gegen Zimmerstaffel
Nehmen wir eine Zweizimmerwohnung, gepackt, zweites Obergeschoss in Moers, Erdgeschoss in Dortmund. Nach Stunden: drei Stunden Beladen, eine Stunde Hinfahrt, zweieinhalb Stunden Entladen und Aufbau, eine Stunde Rückweg, dazu eine halbe Stunde für Wege und Pausen. Das sind acht Stunden. Der Kofferwagen mit zwei Helfern kostet ab 69 € je Stunde, acht Stunden ergeben also 552 Euro.
Dieselbe Wohnung nach der Zimmerstaffel: ab 358 €. Der Unterschied liegt bei knapp zweihundert Euro, und zwar zu Ihren Gunsten. Bei drei Zimmern wird der Abstand kleiner, bleibt aber bestehen: zehn Stunden ergeben 690 Euro, die Staffel nennt ab 519 €.
Der Grund ist die Fahrzeit. Sie steckt in der Stundenrechnung voll drin, in der Pauschale nur anteilig, weil sie dort über viele Aufträge gemittelt ist. Unter dreißig Kilometern dreht sich das Verhältnis, deshalb steht auf den kurzen Strecken dieser Site die Stunde vorn und hier der Festpreis.
Wann die Stundenrechnung nach Dortmund trotzdem besser ist
- Es geht nur um ein Zimmer oder einzelne große Stücke
- Mehrere Leute aus dem Haushalt tragen den ganzen Tag mit
- Beide Wohnungen liegen im Erdgeschoss und der Wagen steht an der Tür
- Der Hausstand ist bereits in einem Lager und muss nur gefahren werden
Kreuzviertel und Hörde: zwei Dortmunds
Im Kreuzviertel stehen hohe Altbauten in geschlossener Reihe, mit Stuck, Doppelflügeltüren und Treppenhäusern, die schön sind und schmal. Ein Umzug in die dritte Etage dort ist Handarbeit, und die Zeit dafür steht in jedem seriösen Angebot. Wer sie verschweigt, schreibt sie später auf die Rechnung.
Hörde im Süden ist das Gegenbild. Dort, wo bis in die neunziger Jahre eine Hütte stand, liegt heute der Phoenix-See, und um ihn herum ist neu gebaut worden: Tiefgaragen, breite Zufahrten, Aufzüge in vielen Häusern. Ein Umzug dorthin ist der leichtere, weil der Wagen nahe heranfährt.
Was wir vorher wissen wollen, ist also nicht die Stadt, sondern das Viertel und das Geschoss. Zwischen Kreuzviertel im dritten Obergeschoss und Hörde im ersten liegen bei gleichem Hausstand gut drei Stunden, und bei einem Festpreis entscheidet das darüber, ob der Tag für beide Seiten aufgeht.
Was eine Tagestour an Vorbereitung braucht
Erstens: Alles gepackt, bevor wir kommen. Auf dieser Entfernung lässt sich nichts nachholen, weil der Wagen zu einer bestimmten Zeit los muss, damit er vor dem Abend wieder in Moers ist. Kartons liefern wir in der Woche vorher, Leihkartons kosten 0,40 € je Stück und Woche.
Zweitens: Jemand am Ziel, der aufschließt, und eine Fläche vor dem Haus, auf der der Wagen stehen darf. Gibt es in der Zielstraße Anwohnerparken, klären wir die Fläche vorher; eine Gebühr der Behörde geben wir unverändert weiter und nennen sie, bevor Sie zusagen.
Drittens: Entschieden, was mitkommt. Was in Dortmund nicht gebraucht wird, sollte nicht 67,1 Kilometer weit gefahren werden. Wir nehmen Reste nach Rauminhalt mit, ab 27 €, und die alte Wohnung geht besenrein zurück. Eine Einbauküche am neuen Ort wieder einzubauen kostet ab 208 €.