Einundsiebzig Kilometer auf einer Autobahn
Die A57 ist für diesen Betrieb die Hausstrecke. Sie beginnt vor der Haustür und endet in Köln, ohne dass unterwegs ein Autobahnkreuz gewechselt werden müsste. 71,4 Kilometer in 54 Minuten bedeuten im Schnitt knapp achtzig Stundenkilometer, und das ist für einen beladenen Kofferwagen eine ordentliche Zahl.
Bemerkenswert ist der Vergleich mit Dortmund: 67,1 Kilometer dorthin brauchen 56 Minuten, die 71,4 nach Köln nur 54. Die durchgehende Autobahn macht den Unterschied. Für die Planung heißt das, dass die Fahrt der verlässlichste Teil des Tages ist, solange nicht der Kölner Ring in die Rechnung kommt.
Ins Gewicht fällt dafür etwas anderes: Hin und zurück sind knapp zwei Stunden, und die trägt keine Stundenrechnung ohne Weiteres. Wir planen deshalb eine Fuhre, dicht gepackt, und setzen die Mannschaft so, dass der Wagen am Ziel schnell leer wird.
Die vierte Etage ohne Aufzug
Kölner Altbauquartiere sind hoch gebaut. Vier Wohngeschosse über dem Erdgeschoss sind in Ehrenfeld und Nippes keine Ausnahme, und einen Aufzug gibt es in diesen Häusern praktisch nie. Vier Altbaugeschosse bedeuten an die achtzig Stufen, und das für jeden einzelnen Karton, jedes Schrankteil und jede Matratze.
Eine geübte Kraft trägt im Erdgeschoss fünfzehn bis zwanzig Kartons in der Stunde zum Wagen. In der vierten Etage sind es noch fünf bis acht. Das ist keine Nachlässigkeit, das ist Physik: Der Weg wird dreimal so lang, und irgendwann muss auch jemand verschnaufen.
Daraus folgt die Besetzung, und zwar eine andere als im Erdgeschoss. Wir arbeiten in der Kette: einer oben, der die Stücke an der Wohnungstür übergibt, einer auf der Treppe, einer am Wagen, der stapelt. Die dritte Kraft, ab 23 € je Stunde, ist bei einem solchen Haus nicht Komfort, sondern die Bedingung dafür, dass der Tag reicht.
Warum wir nach der Etage fragen und nicht nach Quadratmetern
Die Quadratmeterzahl sagt, wie viel Hausrat vorhanden ist. Sie sagt nichts darüber, wie lange es dauert, ihn zu bewegen. Zwei Wohnungen mit siebzig Quadratmetern können sich im Aufwand um den Faktor zwei unterscheiden, wenn die eine im Erdgeschoss liegt und die andere unterm Dach.
Deshalb besteht unsere Anfrage auf vier Angaben: Geschoss am Auszugsort, Geschoss am Zielort, Trageweg bis zum Wagen an beiden Enden, und die drei größten Möbelstücke. Mit diesen vier Zahlen wird eine Schätzung belastbar. Mit der Wohnfläche allein wird sie ein Glücksspiel, und zwar für beide Seiten.
Die drei größten Stücke sind wichtig, weil sie über den Abbau entscheiden. Ein Schrank, der auf einem engen Kölner Treppenabsatz nicht gedreht werden kann, muss zerlegt werden; die Montagekraft kostet ab 27 € je Stunde und bringt Werkzeug und Beschlagkiste mit. Besser eine Stunde Abbau als ein Riss in der Wange.
Wann aus einem Tag zwei werden
Bei einem oder zwei Zimmern bleibt Köln eine Tagestour, und dann rechnen wir nach Stunden oder nach der Zimmerstaffel, wie auf den kürzeren Strecken. Für ein Zimmer steht die Staffel bei ab 229 €, für zwei bei ab 358 €.
Ab drei Zimmern im dritten oder vierten Obergeschoss reicht der Tag nicht mehr. Beladen über achtzig Stufen, knapp eine Stunde Fahrt, Entladen über ein ähnliches Treppenhaus, dazu Abbau und Aufbau: Das sind zwei Arbeitstage, und der zweite beginnt mit einer Übernachtung der Mannschaft vor Ort. Für diesen Fall gilt die Staffel in der Tafel, in der die Übernachtung im Betrag steckt: ab 1.714 € für drei Zimmer.
Welcher der beiden Fälle Ihrer ist, sagen wir nach der Anfrage und nicht am Umzugsmorgen. Wer uns Geschoss und Stückliste nennt, bekommt eine klare Auskunft darüber, ob ein Tag reicht, und was es kostet, wenn nicht.